Uhrenlexikon
Über 25 Jahre Expertise in der Welt mechanischer Großuhren
Über 25 Jahre Expertise in der Welt mechanischer Großuhren
Eine komplexe Scheibe im Uhrwerk, die die sogenannte Zeitgleichung (Differenz zwischen Sonnenzeit und bürgerlicher Zeit) anzeigt. Eine seltene und hochwertige Komplikation, die vor allem in astronomischen Luxus-Tischuhren zu finden ist.
Die gebräuchlichste und wichtigste Hemmung in mechanischen Uhren. Sie überträgt die Energie des Federhauses über den Anker impulsweise auf die Unruh und sorgt für das charakteristische „Ticken“ einer Uhr. Die präzise Ausführung der Ankerhemmung ist entscheidend für die Ganggenauigkeit.
Eine Uhr, die in der Regel über 100 Jahre alt ist und einen historischen sowie sammlerischen Wert besitzt. Gemeint sind antike Standuhren, Kommodenuhren oder Regulateure, die oft mit aufwendigen Holzarbeiten und seltenen Uhrwerken ausgestattet sind.
Eine Uhr, die neben der Zeit weitere astronomische Daten anzeigt, wie die Position von Sonne und Mond, Tierkreiszeichen, Sonnenauf- und untergänge oder eine Himmelskarte. Ein Höhepunkt der Uhrmacherkunst, oft in Form von Prunktischuhren oder monumentalen Standuhren.
Eine Tischuhr, die ihre Antriebsenergie aus minimalen Temperaturschwankungen der Luft bezieht. Erfunden von Jean-Léon Reutter, ist sie ein technisches Wunderwerk, das nahezu ohne äußere Einwirkung läuft. Ein Markenzeichen des Herstellers Jaeger-LeCoultre.
Der Vorgang zum Spannen der Zugfeder einer mechanischen Uhr. Bei Großuhren geschieht dies meist über ein Aufzugsklavier (Schlüssel) oder, bei selteneren Exemplaren, durch Gewichte.
Bei Großuhren selten, bezeichnet dieser Begriff einen automatischen Aufzug, bei dem ein Rotor durch Bewegungen die Zugfeder spannt. Bei Standuhren kann dies theoretisch durch Erschütterungen im Raum geschehen, ist aber nicht die Regel.
Eine Stand- oder Tischuhr aus der Biedermeier-Epoche (ca. 1815–1848). Charakteristisch sind schlichte, elegante Formen, edle Hölzer wie Kirsch- oder Nussbaum und ein klares, leicht lesbares Zifferblatt.
Eine große, freistehende Uhr, die oft vom Boden bis zur Decke reicht. Sie ist ein dominierendes Möbelstück und zeichnet sich durch ihre majestätische Präsenz, einen volltönenden Schlagwerk und ein hochwertiges, oft furniertes oder mit Intarsien verziertes Gehäuse aus.
Elegante, aus Blech gestanzte Zeiger mit einer runden, „apfelförmigen“ Aussparung nahe der Basis („Pomme“-Zeiger). Ein klassisches Designelement, das auf den berühmten Uhrmacher Abraham-Louis Breguet zurückgeht und oft bei hochwertigen Tisch- und Standuhren Verwendung findet.
Eine spezielle Form der Zugfeder im Federhaus, die für einen konstanteren Kraftabfluss sorgt und damit die Ganggenauigkeit verbessert. Ein Qualitätsmerkmal in hochwertigen Uhrwerken.
Englischer Begriff für eine Uhr mit Schlagwerk. Sie unterscheidet sich durch die Art des Schlags (z. B. Westminster-Schlag) und die Schlagfolge (Viertelstunden-, Halbstunden- und Stundenschlag).
Eine Auszeichnung für besonders ganggenaue Uhren, die nach strengen Prüfungen zertifiziert wurden. Während der Begriff oft für Armbanduhren verwendet wird, können auch präzise Regulateure oder Marinechronometer diese Bezeichnung tragen.
Ein Uhrwerk, bei dem die Zeiger direkt auf der Unruhwelle sitzen und durch eine Öffnung im Zifferblatt geführt werden. Dies erlaubt einen freien Blick auf das schwingende Herz der Uhr – ein ästhetisches Highlight bei modernen Luxus-Tischuhren.
Ein dekoratives Pendel, das sich nicht nur hin- und herbewegt, sondern dabei auch um seine eigene Achse dreht. Ein beliebtes Element bei französischen Pendulen und späteren Reproduktionen.
Französischer Begriff für die Hemmung. Das Herzstück einer mechanischen Uhr, das die Energie des Antriebs in gleichmäßige Impulse für die Unruh umwandelt.
Ein historisches Uhrwerk, bei dem alle Räder und Wellen zwischen einer einzelnen, massiven Messingplatte und einer Brücke gelagert sind. Typisch für frühe Standuhren (Lantern Clocks) und einige antike Tischuhren.
Ein Zifferblatt aus emailliertem Metall (oft Kupfer), das durch Brennen bei hoher Temperatur eine extrem haltbare, glänzende und fein gearbeitete Oberfläche erhält. Ein Zeichen für höchste Handwerkskunst, besonders bei französischen Pendulen und Regulateuren.
Das Gehäuse, in dem die Zugfeder untergebracht ist. Es ist das Kraftwerk der Uhr. Die Qualität der Federhausfertigung und -lagerung beeinflusst die Laufzeit und Laufruhe maßgeblich.
Ein Pendel, das aus mehreren, sich verjüngenden Holzstäben besteht, die an eine Orgelpfeife (Flöte) erinnern. Ein charakteristisches Merkmal vieler holländischer Standuhren.
Ein spezielles Kompensationspendel, das aus parallel angeordneten Stahl- und Zinkstäben besteht, um Temperatureinflüsse auszugleichen. Eine hochpräzise Lösung für astronomische Regulateure.
Eine französische Tisch- oder Kaminguhr, die für ihre außerordentlich kunstvollen Gehäuse aus Bronze, Marmor und Porzellan berühmt ist. Oft mit komplexen Schlagwerken und feinen Malereien verziert, repräsentieren sie den Luxus des 18. und 19. Jahrhunderts.
Die Zeit, die eine Uhr nach vollständigem Aufzug läuft, bis sie wieder aufgezogen werden muss. Bei Gewichtuhren kann diese mehrere Wochen oder sogar ein Jahr betragen (bei 400-Tage-Uhren). Bei Federuhren liegt sie typischerweise bei 8 Tagen.
Eine Komplikation, die anzeigt, wie viele Stunden oder Tage die Uhr noch läuft, bevor sie wieder aufgezogen werden muss. Eine sehr praktische Funktion bei 8-Tage-Werk- oder Monatslaufwerken.
Der klassische Antrieb für Standuhren und Regulateure. Durch die langsame Abwärtsbewegung der Gewichte wird die Uhr angetrieben. Dieser Antrieb sorgt für einen sehr konstanten und ruhigen Kraftfluss.
Ein gebogener Stahldraht, der beim Schlagwerk angeschlagen wird, um den Ton zu erzeugen. Die Länge, Dicke und Materialqualität des Gongs bestimmen die Klangfarbe und -lautstärke.
Das „große Schlagwerk“. Es schlägt automatisch zu jeder Viertelstunde die volle Stunde und die Viertelstunden aus. Zum Beispiel: 3:15 wird als drei volle Stundenschläge und ein Viertelschlag ertönen. Eine hochkomplexe und wertvolle Komplikation.
Ein kurzes Pendel, das oft bei kleinen Tischuhren oder Regulatoren zum Einsatz kommt, bei denen Platz begrenzt ist.
Siehe „Ankerhemmung“ und „Echappement“. Sie ist das Regulierorgan der Uhr und bestimmt den Takt der Schwingung.
Eine Erfindung von Christiaan Huygens, bei dem die Pendelschnur zwischen zwei Zykloiden-Backen schwingt. Dies zwingt das Pendel auf eine tautochrone (zeitgleiche) Bahn und verbessert die Ganggenauigkeit erheblich. Eine historisch bedeutende Entwicklung.
Große Wand- oder Standuhren, die in Fabriken, Bahnhöfen oder öffentlichen Gebäuden verwendet wurden. Heute sind sie als robuste, großformatige Dekorationsstücke mit historischem Flair beliebt.
Eine Verzierungstechnik, bei der verschiedene farbige Hölzer, Metalle oder Perlmutt in die Oberfläche des Uhrengehäuses eingelegt werden, um Ornamente oder Bilder zu formen. Ein Zeichen für herausragende Möbelkunst, besonders bei Bodenstanduhren.
Eine Uhr, die nur einmal pro Jahr aufgezogen werden muss. Sie verfügt über ein extrem großes Federhaus oder sehr schwere Gewichte und ein hochpräzises Gangregler-System.
Eine flache, dekorative Tischuhr, die speziell für das Kaminsims designed wurde. Oft aus Materialien wie Marmor, Onyx oder vergoldeter Bronze gefertigt.
Ein Pendel, das so konstruiert ist, dass es Längenänderungen durch Temperaturschwankungen ausgleicht (z. B. durch die Verwendung verschiedener Metalle wie Stahl und Messing). Entscheidend für die Präzision einer Standuhr.
Eine spezielle Hemmung, die die Antriebskraft von den variierenden Einflüssen des Antriebssystems entkoppelt und der Unruh immer die gleiche Kraft zuführt. Eine der exklusivsten Komplikationen zur Steigerung der Ganggenauigkeit.
Eine Wanduhr, bei der zu jeder vollen Stunde eine mechanische Figur (meist ein Vogel) erscheint und durch einen Blasebalgruf den Kuckuckslaut von sich gibt. Ein ikonisches Stück deutscher Uhrmachertradition aus dem Schwarzwald.
Der Teil des Uhrwerks, der für den Zeitablauf zuständig ist. Er besteht aus dem Federhaus, dem Räderwerk und der Hemmung.
Ein flaches Taschenuhrwerk, bei dem alle Teile auf einer Hauptplatine montiert sind. Der Begriff kann auch für besonders flache Werke in Tischuhren verwendet werden.
Oberbegriff für hochwertig verarbeitete Standuhren, Regulateure, Tisch- und Wanduhren, die sich durch exklusive Materialien, komplizierte Uhrwerke und herausragendes Design auszeichnen.
Eine Legierung aus Kupfer und Zink, die für die Herstellung von Uhrwerksplatinen, Rädern und Gehäuseteilen verwendet wird. Korrodiert nicht so leicht wie Stahl und ist gut zu bearbeiten.
Eine Komplikation, die die aktuelle Phase des Mondes auf einem Zifferblatt anzeigt. Ein sehr dekoratives Element, oft in Form einer Scheibe mit zwei Mondgesichtern, die durch eine halbmondförmige Öffnung sichtbar sind.
Ein dekoratives Pendel in Form eines Ankers, dessen unteres Ende an eine Möwe erinnert. Typisch für viele französische Pendulen.
Eine frühe, ovale Taschenuhr aus dem 16. Jahrhundert, die als eine der ersten tragbaren Uhren gilt. Der Name leitet sich von ihrer eiförmigen Form und ihrem Ursprung in Nürnberg ab. Als antikes Sammlerstück relevant.
Ein historisches astronomisches Instrument zur Winkelmessung, das manchmal in die Gehäuse hochwertiger Tischuhren des 18. Jahrhunderts integriert wurde.
Eine historische Vorläuferin der mechanischen Uhr, die die Zeit durch das langsame Abbrennen von Öl in einer graduierten Schale anzeigte. Heute nur noch von historischem Interesse.
Der Taktgeber einer Pendeluhr. Ein schwingender Stab, dessen Länge die Schwingungsdauer und damit die Ganggeschwindigkeit der Uhr bestimmt. Je länger das Pendel, desto langsamer schwingt es.
Das beschwerte, oft linsenförmige Gewicht am unteren Ende des Pendels. Ihre Form und Masse beeinflussen die Schwingungseigenschaften.
Eine außergewöhnliche „Sympathieuhr“ von Breguet, bestehend aus einer großen Pendule und einer Taschenuhr, die in eine Halterung auf dem Gehäusedach gesteckt wird. Die Pendule zog die Taschenuhr nachts auf und stellte sie genau – die ultimative Luxus-Komplikation.
Die Grundplatte, auf der alle Teile des Uhrwerks montiert sind. Bei hochwertigen Uhren aus Messing, oft mit feiner Zierschliff- oder Perlage-Verzierung.
Das System von Zahnrädern (Rädern) und Trieben (Wellen mit kleinen Zahnrädern), das die Energie vom Federhaus zur Hemmung überträgt und die Drehzahl für die verschiedenen Zeiger reduziert.
Eine besonders präzise Stand- oder Wanduhr, die ursprünglich in Observatorien und Uhrmacherwerkstätten zur Kontrolle anderer Uhren diente. Charakteristisch ist die Trennung von Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger auf separate Zifferblätter oder Ziffernringe, um Ablesefehler zu minimieren.
Eine Komplikation, bei der auf Knopfdruck die letzte Stunde, Viertelstunde und Minute akustisch wiederholt wird. So kann man die Zeit auch im Dunkeln erfahren. Eine äußerst komplexe Mechanik, die bei Luxus-Tischuhren zu finden ist.
Ein noch nicht fertig montiertes und reguliertes Uhrwerk, das von verschiedenen Manufakturen bezogen und dann vom Uhrmacher fertig bearbeitet, reguliert und in ein Gehäuse eingesetzt wird.
Der Mechanismus, der die akustische Zeitansage via Gong oder Glocke vornimmt. Man unterscheidet zwischen Viertelstunden-, Halbstunden- und Stundenschlag sowie zwischen Schlag auf Anfrage (Repetition) und automatischem Schlag.
Ein Pendel mit einer Schwingungsdauer von exakt einer Sekunde (Hin- und Herbewegung = 2 Sekunden). Es ist etwa 99,4 cm lang und typisch für viele hochpräzise Regulateure.
Eine Uhr, bei deren Werk das überflüssige Material der Platine und Brücken entfernt wurde, um einen freien Blick auf das funktionierende Innenleben zu ermöglichen. Dies erfordert höchste handwerkliche Präzision und ist ein ästhetisches Highlight.
Eine sehr alte Form der Hemmung, die vor der Ankerhemmung verwendet wurde. Sie ist weniger genau und stoppt beim Aufziehen, erzeugt aber das charakteristische „Tick-Tack“-Geräusch historischer Uhren.
Eine einfache Hemmung, die oft in preiswerteren Uhren oder Weckern zu finden ist. Für hochwertige Luxusuhren ist sie nicht relevant.
Ein Pendel, das nicht schwingt, sondern sich durch die Torsion (Verdrehung) eines dünnen Drahtes dreht. Bekanntestes Beispiel ist die 400-Tage-Uhr („Kugeluhr“).
Der Taktgeber bei Uhren ohne Pendel (z. B. bei Taschenuhren oder kleinen Reiseweckern). Eine rotierende Schwungmasse mit Spiralfeder, die in einer Schwingung hin und her schwingt. Bei Großuhren nur in tragbaren oder kleinen Tischmodellen zu finden.
Ein Verfahren, bei dem Messingteile des Uhrwerks oder des Gehäuses mit einer dünnen Schicht Gold überzogen werden. Dies schützt vor Korrosion und verleiht ein edles, wertiges Aussehen. Man unterscheidet zwischen Feuer- und Galvanischer Vergoldung.
Ein Repetitionsschlagwerk, das auf Knopfdruck die letzte volle Stunde und die darauffolgenden Viertelstunden schlägt.
Eine präzise Wanduhr, die nach dem Prinzip des Regulators aufgebaut ist – also mit getrennter Anzeige von Stunden, Minuten und Sekunden für maximale Ablesegenauigkeit.
Der bekannteste Melodienschlag, der die gleiche Melodie wie der Big Ben in London spielt. Er ertönt in einer Abfolge von vier Noten zu jeder Viertelstunde.
Ein Hebel im Schlagwerk, der die Schlagfolge steuert und dafür sorgt, dass die richtige Anzahl an Schlägen ertönt.
Ein Rad mit gezackten Zähnen, das im Räderwerk der Uhr die Kraft überträgt. Die Präzision der Zahnradfertigung ist entscheidend für den reibungslosen Lauf und die Effizienz des Werks.
Die Enden einer Welle, die in den Lagern der Platine oder Brücken laufen. Bei Qualitätsuhren sind diese aus Stahl und oft hartgelagert, um Verschleiß zu minimieren.
Das „Gesicht“ der Uhr. Bei Luxus-Großuhren oft aus versilbertem oder emailliertem Messing, mit aufwendig gravierten oder gedruckten Zahlen und Zeigern.
Die aufgezogene Stahlfeder im Federhaus, die die Antriebsenergie für die Uhr speichert. Die Qualität der Stahllegierung und die Fertigungsgenauigkeit beeinflussen die Lebensdauer und Konstanz der Kraftabgabe.
Eine Hemmung, die von George Graham erfunden wurde. Sie ist flacher als die Ankerhemmung, aber weniger robust und verschleißanfällig. Oft in flachen Taschen- und Tischuhren des 18. und 19. Jahrhunderts zu finden.